Bankgeschäfte, Einkäufe, Reisebuchungen und sogar unsere sozialen Kontakte – alles spielt sich zunehmend im Internet ab. Besonders der sorglose Umgang mit persönlichen Daten kann dabei verheerende Folgen haben. Die Polizei gibt Tipps, wie Sie sich vor Identitätsdiebstahl schützen können.
Bei einem Identitätsdiebstahl bzw. Identitätsbetrug geben sich Kriminelle mit gestohlenen Daten oder Gegenständen (etwa ID-Cards oder Pässe) als andere Personen aus oder handeln in betrügerischer Absicht in deren Namen.
Persönliche Daten gelangen oft durch Phishing (per SMS, E-Mail oder gefälschten Banken-Websites oder sogenannte Fake-Shops) oder Datenlecks bei Unternehmen in die Hände von Kriminellen. Auch allzu freigiebige Social-Media-, Karriere- oder Dating-Profile können eine Informationsquelle für Kriminelle darstellen.
Datendiebstahl und seine Folgen
Obwohl ein Großteil der Bevölkerung sich des Risikos bewusst ist, sinkt die Informations- und Schutzbereitschaft tendenziell. Besonders junge und ältere Menschen gehen sorglos mit den Gefahren im Internet um. Wie wichtig jedoch der Schutz persönlicher Daten im Internet ist, zeigen die Ergebnisse des Cybersicherheitsmonitors 2025, einer Dunkelfeldstudie des ProPK und des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).
Datendiebstahl ist mitverantwortlich für große Teile des jährlich entstehenden finanziellen Schadens, der durch Cyberkriminalität verursacht wird.
Noch schwerer wiegt jedoch der Vertrauensverlust in die Onlinedienste.
Identitätsbetrug kann verheerende Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen haben. Kriminelle nutzen die gestohlenen persönlichen Daten – wie Name, Geburtsdatum, Anschrift oder Finanzinformationen – um sich zum Beispiel bei diversen Online-Diensten anzumelden, Waren zu bestellen oder Verträge, Darlehen im Namen und auf Rechnung der Opfer abzuschließen. Die Auswirkungen können dementsprechend vielfältig sein und bis zu drohenden strafrechtlichen Konsequenzen reichen.
Von den betrügerischen Handlungen erfahren die Betrogenen oft erst dann, wenn sie z.B. unerwartet Rechnungen oder Mahnungen erhalten.
Effektive Schutzmaßnahmen gegen Identitätsdiebstahl
- Starke Passwörter nutzen: Verwenden Sie für Ihre Online-Konten sichere, individuelle Passwörter und aktivieren Sie – wo immer möglich – eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA).
- Vorsicht bei Nachrichten und Links: Öffnen Sie keine E-Mails, SMS oder Messenger-Nachrichten mit Links oder Anhängen von unbekannten oder verdächtigen Absendern.
- Konten regelmäßig prüfen: Kontrollieren Sie Ihre Kontoauszüge und Online-Konten regelmäßig auf ungewöhnliche Buchungen oder Aktivitäten.
- Sichere Netzwerke verwenden: Übermitteln Sie keine sensiblen Daten über öffentliche WLAN-Hotspots. Nutzen Sie nach Möglichkeit sichere Verbindungen oder eine Verschlüsselung über VPN-Dienste.
- Informiert bleiben: Machen Sie sich mit aktuellen Betrugsmaschen und Sicherheitstipps vertraut.
- Persönliche Daten sparsam teilen: Gehen Sie zurückhaltend mit persönlichen Informationen in sozialen Netzwerken um und überprüfen Sie regelmäßig die Privatsphäre-Einstellungen Ihrer Accounts.
Was Sie im Ernstfall tun sollten
Wenn Ihre persönlichen Daten missbraucht wurden, ist schnelles Handeln wichtig:
- Anzeige erstatten: Melden Sie den Vorfall bei der Polizei – das ist auch online bei den Onlinewachen der Polizeien der Länder möglich.
- Banken informieren: Setzen Sie Ihre Bank und Zahlungsdienste sofort in Kenntnis, um weitere Schäden zu verhindern.
- Ausweis sperren: Lassen Sie verlorene oder gestohlene Ausweise sowie die Online-Ausweisfunktion (eID) umgehend sperren.
- Bonität prüfen: Fordern Sie eine kostenlose SCHUFA-Selbstauskunft an und lassen Sie bei Bedarf einen Sperrvermerk setzen.
- Zugänge sichern: Ändern Sie Passwörter, aktivieren Sie zusätzliche Sicherheitsfunktionen und sichern Sie betroffene Konten.